5 Tipps zu „Fotografieren statt Knipsen“

Kennst du das?

Du kommst an einen Ort, es ist unglaublich schön.

Die Sonne malt wunderschöne Farben auf den Wolkenhimmel, die Berge im Hintergrund und der See vor dir geben dir das Gefühl, in einer kanadischen WIldnis zu stehen.

Der erste Gedanke, der dann meist kommt, ist: Das muss ich festhalten!

Sprich fotografieren.

Schnell die Kamera ausgepackt, draufgehalten und losgeknipst…

Man könnte ja was verpassen. Wie schnell ist die Sonne untergegangen, die Lichtstimmung dahin.

Noch schnell zur Sicherheit 10 Extrafotos, dann noch einmal die Szenerie genossen und weiter geht´s.

Hinter der nächsten Kurve könnte ja ein noch schöneres Motiv warten.

Kommt dir das bekannt vor?

Mir schon…

Auch heute noch ertappe ich mich viel zu oft dabei, mit ungefähr der oben beschriebenen Einstellung ans Fotografieren zu gehen.

Dabei ist das der denkbar ungünstigte Weg, den man einschlagen kann.

Zum einen genießt man nicht wirklich die Landschaft, die Szenerie, den Anblick.

Wie soll man sich auch auf eine Landschaft gefühlsmäßig einlassen, wenn man in Gedanken schon dabei ist, die Kamera auszupacken.

Auf der anderen Seite macht man auf diese Weise i.d.R. aber auch kein gutes Foto – von gelegentlichen Glückstreffern einmal abgesehen,

Was aber wäre der bessere Weg, eine beeindruckende Landschaft zu fotografieren?

Hier 5 Tipps, wie das gelingen kann:

(1) Komme erstmal an, und lass die Landschaft auf dich wirken

Statt nach deiner Ankunft am „Kodakpoint“ direkt loszufotografieren, nimm dir Zeit und komme ersteinmal an. Von manchen einheimischen Expeditionsträgern erzählt man, dass sie von Zeit zu Zeit eine Pause bei den Expeditionen einforderten, damit ihre Seele nachkommen kann.

Mach es ähnlich, und gib dir Zeit, dich auf die Landschaft vor dir einzulassen. Gehe in eine Art Austausch mit der Landschaft und stimme dich auf sie ein.

Du wirst sehen, dass alleine durch diesen Punkt deine Bilder schon viel besser werden.

(2) Überlege, was das Besondere an dieser Landschaft ist

Jede Landschaft hat etwas Besonderes. Was ist das Besondere an der Landschaft vor dir?

Ist es das einmalige Licht? Die Geräusche des Wassers? Die Silhouette der Berge im Hintergrund? Oder der Farbton von tiefem Grün der Blätter. Ist es die Klarheit und Frische, die die Landschaft ausstrahlt? Oder eher die Ruhe und Besinnlichkeit?

Finde das Einzigartige an der Landschaft vor dir. Das geht natürlich umso besser, je mehr du dich auf die Landschaft eingelassen hast. Deshalb ist auch Punkt 1 so wichtig.

(3) Schau dir die Landschaft aus unterschiedlichen Perspektiven an

Manche Fotografen sagen, dass der wichtigste Ausrüstungsgegenstand ihrer Fotoausrüstung ihre Füße seien. Nicht zu Unrecht!

Häufig vergessen wir, dass wir eine Landschaftsaufnahme nicht nur von einer einzigen Stelle aus machen können.

Du wirst dich wundern, wie unterschiedlich eine Landschaft aussehen kann, wenn du dich nur einige Meter nach rechts oder links bewegst.

Vergiss auch nicht, die Landschaft einmal aus einer tieferen oder höheren Perspektive anzuschauen.

Welche Perspektive vermittelt am besten die Einzigartigkeit der Landschaft, die du in Punkt 2 entdeckt hast?

(4) Plane dein Bild

Alle Vorarbeit nützt nichts, wenn du dein Bild nicht gut planst. Die Planung des Bildes verhindert, dass du einfach darauf losfotografierst und bringt noch einmal zusätzlich Ruhe in den Prozess.

Bei der Planung des Bildes solltest du die wichtigsten Kompositionsregeln berücksichtigen. Schau dir dazu meine Reihe über die Bildkomposition an.

Auch die technische Umsetzung des Bildes (Wahl der richtigen Blende und Verschlusszeit, Auswahl geeigneter Filter usw.) gehören zu diesem Punkt. Auch hierzu findest du einige Tipps in meinem Blog. Nutze dazu den Kategorienfilter in der Seitenleiste.

(5) Begrenze die Anzahl der Bilder, die du machst

Ich habe früher häufig an einer Stelle gleich hundert und mehr Bilder von ein und demselben Motiv gemacht. Der Grund war, dass ich einfach sichergehen wollte, dass ich auch wirklich ein gutes Bild dabei habe.

Eines, bei dem alles stimmt. Klar kann man zig Bilder machen, um dieses Ziel zu erreichen. Der Nachteil dabei ist jedoch, dass man sich nicht mehr wirklich mit dem einzelnen Bild befasst. Man betreibt dann eher so eine Art Instant-Fotografie. Das hat aber nicht mehr viel mit „richtigem“ Fotografieren zu tun.

Außerdem kostet es Unmengen an Speicherplatz und macht die Nachlese zu hause zusätzlich sehr zeitintensiv.

Viel besser ist es, die Anzahl der Bilder zu beschränken (wie viele, dass must du für dich entscheiden) und sich dann mehr Gedanken über das einzelne Bild zu machen, sprich dieses richtig zu planen.

Zum Vergleich hier mal zwei Fotos von meiner vorletzen Alpentour.

Das linke habe ich „auf die Schnelle“ fotgorafiert, ohne groß über die oben angesprochenen Punkte nachzudenken.

Das rechte entstand nachdem ich mir vorher Gedanken zur Landschaft und zum Bild selbst gemacht habe.

Welches findest du besser? Mein Favorit ist ganz klar das rechte Bild.

Am Obersee, Berchtesgadener Land

Am Obersee, Berchtesgadener Land

Am Obersee, Berchtesgadener Land

Am Obersee, Berchtesgadener Land

 

 

 

 

 

 

 

Wenn du diese Tipps zumindest teilweise befolgst, werden sich deine Fotos dramatisch verbessern, Schreibe mir, ob du mit meinen Anregungen Erfolg hattest!

 

 

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