Alte Dias mit einem Makroobjektiv digitalisieren

Gehörst du auch zu den Fotobegeisterten, die schränkeweise alte Dias zu Hause haben? Der alte Diaprojektor ist mittlerweile kaputt und überhaupt ist es viel angenehmer, die alten Bilder über den neuen Fernseher zu schauen. Die Dias müssen also digitalisiert werden.

Verschiedene Ansätze

Bevor die alten Schätze Spinnweben ansetzen, sollte man sie digitalisieren

Bevor die alten Schätze Spinnweben ansetzen, sollte man sie digitalisieren (Diascan mit unten beschriebener Methode)

Zu diesem Zweck tummeln sich eine Reihe verschiedener Anbieter mit diversen Ansätzen auf dem Markt. Viele einfache Scanner verfügen über Diaaufsätze, mit denen man schnell auch größere Sammlungen digitalisieren kann.

Daneben gibt es auch eigentständige Diascanner, die häufig sogar ganz ohne Computer auskommen und die Bilder direkt auf eine Speicherkarte schreiben können.

Natürlich gibt es auch professionelle Anbieter, die das Einscannen der Dias für den Kunden übernehmen. Nicht immer schließt diese Dienstleistung allerdings die Bearbeitung der Dias (Rauschreduzierung, Entfernung von Staub-Artefakten etc.) mit ein. Hier sollte man sich das Angebot genau anschauen.

So richtig viele Anwender sind mit den genannten Methoden aber nicht so wirklich zufrieden – den Eindruck gewinnt man schnell, wenn man sich die Berichte in verschiedenen Foren oder die Bewertungen bei Diascannern anschaut.

Einen ganz anderen Ansatz bietet das einfache Abfotografieren der Dias mit einer herkömmlichen Digitalkamera. Hierfür bietet der Handel verschiedene Aufsätze, die i.d.R. aus einer Halterung zum Fixieren des Dias vor dem Kameraobjektiv und einer Nahlinse bestehen.

 Abfotografieren von Dias mit einem Makroobjektiv

Besitzer eines Makroobjektivs können diese Variante etwas abwandeln und so ihre Dias kostengünstig selber digitalisieren. Die optische Qualität eines dedizierten Makroobjektivs ist ohnehin besser als die einer günstigen Nahlinse.

Nachdem ich mir vor einiger Zeit das Tamron SP 90mm F/2.8 Di VC USD Makro zugelegt habe, habe ich das natürlich auch für das Digitalisieren meiner alten Dias ausprobiert. Die Ergebnisse variieren relativ stark abhängig vom Ausgansmaterial, aber insgesamt bin ich mit den Ergebnissen doch recht zufrieden.

Ich hatte die besten Dias bereits vor einigen Jahren zu einem professionellen Anbieter zum Digitalisieren gegeben und ich muss sagen, dass die Ergebnisse, die ich jetzt mit dem Makro erreicht habe bei weitem besser sind!

Die Vorgehensweise

Als Lichtquelle habe ich eine Tageslicht-Therapielampe genommen, die ich vor einigen Jahren einmal günstig bekommen hatte. Vorteil dieser Lampe ist, dass das Licht alle Wellenlängen des Sonnenlichts enthält und die Farben der eingescannten Dias dadurch unverfälscht wiedergegeben werden.

Die Dias habe ich dann einfach auf die Lampe gelegt und die Kamera mit einem Stativ senkrecht darüber positioniert.

Mein Aufbau zum Abfotografieren der Dias

Mein Aufbau zum Abfotografieren der Dias

Damit die Dias keinen Schatten auf die Lampe werfen, habe ich die Dias mit einigen Münzen etwas von der Oberfläche der Lampe entfernt.

Anschließend einfach nur ein Dia nach dem anderen auflegen und abfotografieren. Achtung: Wenn man zwischendurch die Kamera berührt, unbedingt einige Sekunden warten, bis das System wieder zur Ruhe gekommen ist.

Ebf. HDR-Diascan, bestehend aus zwei Einzelaufnahmen

Ebf. HDR-Diascan, bestehend aus zwei Einzelaufnahmen

 

Bei eher dunkeln Diamotiven habe ich mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungen gemacht und diese anschließend am Computer zu einem HDR zusammengefügt. Wenn man nur die dunklen Stellen am Computer aufhellt, wird das Bildrauschen häufig so stark, dass man das Ergebnis kaum noch nutzen kann.

Für ein 50er-Diamagazin habe ich mit dieser Methode ca. 20-30min gebraucht. Allerdings habe ich von vielen Dias mehrere Aufnahmen mit unterschiedlicher Belichtung gemacht, was natürlich auf die Geschwindigkeit geht. Dazu kommt dann natürlich noch die Nachbearbeitung am Computer.

Um eine Diasammlung von 5000 Dias einzuscannen gibt es bestimmte bessere – schnellere – Methoden, für meine Zwecke bin ich mit dieser Methode aber voll zufrieden.

Einige der Scans habe ich probehalber mal auf DIN A4 ausgedruckt und das Ergebnis ist zumindest so gut, dass die Ausdrucke jetzt an meiner Wand hängen 🙂

Nachdem ich die Dias abfotografiert habe, habe ich die Dias zugeschnitten, leicht nachgeschärft und eine Rauschreduzierung mit Google Nik Define 2 durchgeführt. Hier noch ein paar Ergebnisse:

Pottwal (Diascan)

Pottwal (Diascan)

Pottwal (Diascan)

Pottwal (Diascan)

 

 

 

 

 

 

 

Hier noch einmal ein Beispiel, das den Unterschied zwischen dem Ergebnis mit (linkes Bild) und ohne (rechtes Bild) HDR-Anwendung zeigt:

Diascan Waldszene mit HDR-Bearbeitung

Diascan Waldszene mit HDR-Bearbeitung

Diascan Waldszene ohne HDR-Bearbeitung

Diascan Waldszene ohne HDR-Bearbeitung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf den folgenden Registerkarten habe ich noch einige Beispiele für Diascans von verschiedenen Reisen, die ich vor vielen Jahren unternommen habe.

Die Qualität der Scans variiert je nach Ausgangsmaterial und auch die Qualität der Bilder selbst ist was Aufnahmetechnik, Bildkomposition und Lichtverhältnisse angeht nicht immer optimal (die meisten Bilder habe ich vor zwanzig Jahren aufgenommen, mittlerweile habe ich hoffentlich ein bisschen was dazugelernt 🙂 ). Andererseits ist es aber auch schwierig, in den Nationalparks der USA ein Bild zu machen, was nicht irgendwie toll ist. Eigentlich braucht man (etwas überspitzt ausgedrückt) nur die Kamera hochhalten und abdrücken, siehe dazu auch dieses Video.

Ich ergänze die Galerien von Zeit zu Zeit, wenn ich wieder neue Dias eingescant und bearbeitet habe. Öfters mal reinschauen lohnt sich!

Kommt bald.