Bildkomposition – Die Drittelregel (rule of thirds)

Eine der wichtigsten Bildkompositionsmittel in der Fotografie ist mit Sicherheit die sog. Drittelregel. Viele moderne Kameras bieten mittlerweile die Möglichkeit, in den Sucher bzw. auf das Display ein Gitter einblenden zu lassen, dass dieser Regel folgt.

Drittelregel

Der Farn wurde nach der Drittelregel im linken oberen Bereich des Bildes plaziert.

Bei der Drittelregel plaziert man das Hauptmotiv an den Schnittpunkten der gedachten Linien, die das Bild horizontal und vertikal in drei Teile teilen. Dadurch wirkt die gesamte Komposition ausgewogener und harmonischer.

Eigentlich stellt die Drittelregel eine Vereinfachung des Goldenen Schnitts dar. Diese seit der Antike bekannte Teilungsregel beschreibt die Teilung einer Strecke auf die Art, dass das Verhältnis zwischen der gesamten Strecke und der größeren Teilstrecke genauso groß ist, wie das Verhältnis der großen zur kleinen Teilstrecke.

Drittelregel

In diesem Bild liegt der Kirchturm etwa auf der gedachten Linie des ersten Bilddrittels.

Im 13. Jhdt. entwickelte der Mathematiker Fibonacci die nach ihm benannte Zahlenfolge, die dieses Teillungsverhältnis beschreibt. Später wurde der Goldene Schnitt dann als Prinzip einer ästhetischen Proportionierung in Kunst und Kunsthandwerk eines der grundlegenden Gestaltungsregeln.

Die Drittelregel hilft dabei, harmonische Bildkompositionen zu gestalten. Nicht mehr und nicht weniger. Je nach Motiv kann daher auch gerade die Verletzung dieses Kompositionsprinzips zu besonders dynamischen und interessanten Bildern führen. Wie immer gilt, die Regeln sind Richtlinien, mit denen experimentiert werden darf und sollte.