Ein paar Gedanken zur Fotografie in Wäldern…

Eigentlich bin ich immer fasziniert gewesen von den großartigen Landschaftsfotografien, wie sie vor allem die amerikanischen Landschaftsfotografen häufig im Portfolio haben. Nordamerika bietet einzigartige Landschaften, anders als im dichtbesiedelten und landschaftlich nicht so spektakulären Deutschland. Natürlich gibt es auch in Deutschland bzw. Europa spektakuläre Landschaften, aber häufig eben doch etwas weniger wild und etwas weniger imposant.

Deutschland bietet einige wunderschöne Waldregionen. Hier z.B. der Urwald Sababurg / Reinhardswald

Deutschland bietet einige wunderschöne Waldregionen. Hier z.B. der Urwald Sababurg / Reinhardswald

Totzdem muss man auch hierzulande nicht auf tolle Landschafts- und Naturfotos verzichten. Wälder bieten bei uns einzigartige Möglichkeiten der Naturfotografie. Allerdings stößt man bei der Fotografie in Wäldern auch schnell auf besondere Herausforderungen.  Häufig „sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht“. Der Fotograf muss im Wald mehr noch als in vielen anderen Situationen aus der Fülle von Farben, Formen und Strukturen gezielt einige auswählen. Reduktion ist daher ein wesentliches Element der Waldfotografie. Die Konzentration auf wenige ausgewählte Elemente richtet den Blick des Betrachters auf Formen und Strukturen, die im Normalfall in der Fülle der Eindrücke untergehen. Ich verwende aus diesem Grund im Wald gerne ein Telezoom. Damit lassen sich gezielt einzelne Formen freistellen und auch entfernte Objekte passend in Szene setzen. Zugleich verkürzt das Tele die Perspektive, was häufig zum künstlerischen Ausdruck eines Bildes beiträgt. Das Tele erfordert auf der anderen Seite natürlich auch längere Belichtungszeiten, so dass ein Stativ in der Waldfotografie ein unverzichtbarer Begleiter ist.

Die Reduktion auf wesentliche Elemente ist ein wichtiger Punkt in der Waldfotografie

Die Reduktion auf wesentliche Elemente ist ein wichtiger Punkt in der Waldfotografie

Eine weitere Herausforderung stellen die hohen Kontraste dar. Intensiv hell beschienene Sonnenflecken wechseln sich auf engem Raum mit tief im Schatten liegenden dunklen Stellen ab. Wenn es dann zudem noch etwas windig ist, wechseln diese unterschiedlichen Bereich auch noch ständig die Position. Die hohen Kontrastumfänge übersteigen häufig den Kontrastumfang der Kamera, so dass es zu ausgebrannten Licht- bzw. Schattenbereichen kommt. Durch geeignte Auswahl des Bildausschnitts, ggf. durch Verwendung von speziellen Techniken wie HDR muss der Fotograf versuchen, die Kontrastproblematik in den Griff zu bekommen. Gleichzeitig beiten gerade die hohen Kontrastumfänge aber auch tolle Möglichkeiten für die Schwarz-Weiß-Fotografie.

Die hohen Kontraste eignen sich gut für die Schwarz-Weiß-Fotografie

Die hohen Kontraste eignen sich gut für die Schwarz-Weiß-Fotografie

Gerade in Deutschland, einem sehr waldreichen Land, bietet die Waldfotografie tolle Möglichkeiten, beeindruckende Fotos zu erhalten, wenn man bereit ist, sich auf die Herausforderungen dieses speziellen Naturraums einzulassen.