Fotografie mit Hund – Erfahrungen mit unterschiedlichen Leinentypen

Heute möchte ich ein wenig über meine Erfahrungen zum Thema „Fotografieren mit Hund“ berichten. Um das kurz klarzustellen, ich meine nicht das Fotografieren von Hunden, sondern tatsächlich das Fotografieren mit Hunden.

Das Problem

Einerseits ist es nämlich toll, mit seinem Hund durch die Landschaft zu streichen, immer neue Plätze und Gegenden zu erkunden und einfach nur das Draußensein zu genießen.

Andererseits ist es als Landschaftsfotograf aber auch nicht immer so ganz einfach, mit seinem Hund und seiner Fotoausrüstung unterwegs zu sein.

Welche Leine soll ich nehmen?

Welche Leine soll ich nehmen?

Klar, wenn der Hund frei laufen kann, ist das eher kein Problem. Aber zum einen ist das Freilaufen von Hunden an vielen Orten und zu speziellen Zeiten (Brut- und Setzszeiten) – zu Recht – verboten. Zum anderen kann man auch nicht jeden Hund frei laufen lassen. Manche Hunde haben mehr „Freiheitsdrang“ als andere, manche hören weniger gut als andere usw.

Bei meinem Hund z.B. ist es so, dass er zu 99% auf den Rückruf hört, aber dieses 1% macht es dann doch unmöglich, ihn auf Touren einfach frei nebenher laufen zu lassen.

Jetzt wird es garantiert den einen oder anderen geben, der sagt, dass das eben an der Erziehung liegt. Ich glaube aber, dass es nicht ganz so einfach ist. Wenn Jacky „seine 5 Minuten“ hat, dann hört und sieht er nichts mehr. Wenn der „Anfall“ dann wieder vorbei ist, hört er wieder auf jedes Kommando.

Wie dem auch sei, ich habe für mich beschlossen, dass ich ihn auf meinen Fototouren nicht frei laufen lasse. Die Gefahr, dass er bei einer seiner „Unternehmungen“ dann doch einmal eine Straße kreuzt, ist mir einfach zu groß.

Die Lösungen

Also musste eine Leinenlösung her. Ich habe mittlerweile verschiedene Systeme mit mehr oder weniger Erfolg ausprobiert und eine für mich akzeptable Lösung gefunden, die ich weiter unten beschreibe.

Jogging-Gurt

Anfangs hatte ich mir einen von diesen Jogging-Gurten zugelegt, die man sich um den Bauch schnallt. Die relativ kurze und flexible Leine wird darin eingeklinkt.

Gegenüber einer normalen Leine ist der Vorteil natürlich, dass man die Hände frei hat, um z.B. den Fotoapparat griffbereit zu haben. Der Nachteil ist aber, dass die eingeklinkte Leine recht kurz ist. Beim Joggen, was ja der eigentliche Einsatzzweck dieses Systems ist, ist das ok.

Beim normalen Wandern / Spazierengehen ist die Lösung aber nicht optimal, da man ständig stehen bleiben muss, wenn der Hund etwas interessantes beschnuppern muss.

Andersherum muss auch der Hund stehen bleiben und warten, sobald ich ein Fotomotiv entdeckt habe und einige Fotos machen möchte.

Und so ist die Aufmerksamkeit dann schnell eher beim Hund als beim Fotografieren. Alles in allem war ich mit dieser Lösung also nicht zufrieden.

Die große Flexi

Groß, größer...zu groß! Jedenfalls für Jacky.

Groß, größer…zu groß! Jedenfalls für Jacky.

Als nächstes habe ich mir dann eine große Flexileine gekauft (Jacky ist relativ groß). Normalerweise hält man die ja in der Hand, was aber in Punkto Fotografieren auch wieder ungünstig wäre.

Ich habe mir deshalb noch eine Gürteltasche genommen und beim Spazierengehen die Flexileine einfach in die Gürteltasche geklemmt. Das geht bei Jacky sehr gut, da er niemals einfach so lossprinten würde – solange er weiß, dass da eine Leine ist.

Ich war mit diesem System aber dann doch nicht zufrieden. Der Grund war, dass die Leine aufgrund der Länge und der Dicke des Gurtes recht schwergängig ist. Die Feder muss schließlich stark genug sein, um den Gurt auch wieder einzurollen.

Da Jacky nun weiß, dass er nicht an der Leine ziehen soll, war der Effekt, dass er die ganze Zeit direkt mit hängendem Kopf neben mir hergelaufen ist. Also auch keine Lösung.

Jetzt aber! Die Schleppleine im Einsatz

Die Schleppleine war recht lange im EInsatz. Letztlich haben die Nachteile dann aber doch überwogen.

Die Schleppleine war recht lange im EInsatz. Letztlich haben die Nachteile dann aber doch überwogen.

Dann bin ich dazu übergegangen, eine Schleppleine zu verwenden. Ich weiß, Schleppleinen sind ein Erziehungswerkzeug und sind nicht als normale Leinen gedacht. Ich habe aber trotzdem recht gute Erfahrungen damit gemacht, Jacky regelmäßig bei den normalen Wanderungen an der Schleppleine laufen zu lassen.

Ich musste nun nicht mehr ständig mit einem Auge auf den Hund achten (solange er weiß, dass da eine Leine ist, macht er keine Anstalten, eigenständig die Umgebung zu erkunden) und er hatte einen etwas größeren Bewegungsradius, so dass es für ihn nicht so schnell langweilig wurde, wenn ich etwas fotografieren wollte.

Aber auch diese Lösung war nicht optimal. Da die Schleppleine ja immer auf dem Boden entlang läuft, sah sie – vor allem wenn der Boden nass war – schnell entsprechend aus. Wenn ich dann die Leine doch mal in die Hand nehmen musste, weil z.B. ein anderer Hund auftauchte, hatte ich den ganzen Dreck anschließend an den Händen. Damit dann wiederum die Kamera zu bedienen, ist auch nicht wirklich toll.

Der Sieger:

Letztlich habe ich mir dann noch einmal eine Flexileine gekauft. Diesmal jedoch für kleinere Hunde (bis 12kg, Jacky hat 22kg) und diese dann auch nicht ganz so lang wie dir ursprüngliche. Da Jacky nie an der Leine zieht, ist das ok. Selbst wenn er Wild sieht, ist er an der Leine sehr ruhig und besonnen.

So geht´s! Kleine Flexi + Spanngurt und noch einen stabilen Gurt für die Hundebegegnungen.

So geht´s! Kleine Flexi + Spanngurt und noch einen stabilen Gurt für die Hundebegegnungen.

Die Flexileine befestige ich dann mit einem Spannriemen am Gürtel. Für den Fall, dass andere Hunde unseren Weg kreuzen und Jacky etwas mehr „Halt“ braucht, habe ich noch einen kurzen, käftigen Haltegurt dabei.

Mit diesem System bin ich nun tatsächlich sehr zufrieden. Beim Wandern habe ich das Gefühl, als ob Jacky frei läuft und wenn ich fotografiere, bin ich auch mit meiner Konzentration voll bei meinem Motiv.

Jacky wiederum kann in der Zeit dann die nähere Umgebung erkunden, so dass es für ihn auch nicht so schnell langweilig wird. Alles in allem also eine gute Lösung – natürlich in der Form nur für Hunde, die nicht an der Leine ziehen und auch ansonsten eher besonnen sind. Für einen kräftigeren Hund würde ich dieses System nicht verwenden.

Aufpassen sollte man natürlich bei dieser Variante darauf, dass der Spanngurt nicht aufgeht oder dass der Gürtel nicht reisst. Schon so mancher Hund ist vor seiner hinter ihm herklappernden Flexileine weggelaufen – die Leine ihm immer dicht auf den Fersen. Bei Jacky habe ich allerdings was das angeht kaum Bedenken.