Bildkomposition – Warum du wissen solltest, was ein Negativraum ist

Letztens habe ich einen interessanten Artikel einer bekannten amerikanischen Landschaftsfotografin (Varina Patel) über den Negativraum in der Fotografie gelesen.

Woher der Begriff stammt…

Der Begriff des Negativraums (negativer Raum) ist in der Kunst gebräuchlich für den Bereich außerhalb des eigentliches Objektes bzw. Motivs. So nimmt beispielsweise eine Skulptur einen bestimmten Raum ein, den man als Positivraum bezeichnet. Alles, was darum herum ist, also nicht zur Skulptur gehört, ist der Negativraum.

Auch in der Malerei gibt es natürlich einen Negativraum. Gemeint ist hier der Raum um das eigentliche Hauptmotiv herum. Genauso in der Fotografie: Auch hier bezeichnet man mit dem Negativraum den Bereich um das Hauptmotiv herum. In der Fotografie, die ja eine 3-dimensionale Wirklichkeit abbildet, ist das häufig (aber nicht immer) der Hintergrund eines Bildmotivs.

Der Nagativraum kann entweder das Hauptmotiv in seiner Wirkung unterstützen, oder er kann vom eigentlichen Motiv ablenken. Als Beispiel habe ich hier zwei Bilder von einigen Grashalmen am Waldboden:

unruhiger Hintergrund

unruhiger Hintergrund

gleichmäßiger Hintergrund

gleichmäßiger Hintergrund

 

 

 

 

 

 

Ein Beispiel

Der Negativraum ist in beiden Bildern der Waldboden im Hintergrund. Im linken Bild lenkt die unruhiger Struktur des Negativraum vom eigentlichen Motiv – den Grashalmen – ab. Verstärkt wird das noch durch die Farbtupfer, die die Blätter am Boden beisteuern.

Im rechten Bild habe ich versucht, den Negativraum gleichmäßiger zu gestalten, damit die Aufmerksamkeit nicht vom Hauptmotiv abgelenkt wird. Dazu habe ich eine geringere Schärfentiefe gewählt (wie man Einfluss auf die Schärfentiefe nehmen kann, erfährst du in diesem Artikel). Der weichgezeichnete Hintergrund bringt das Hauptmotiv jetzt sehr viel besser zur Geltung.

Statt eine geringe Schärfentiefe zu verwenden, kannst du aber auch direkt nach möglichst homogenen Hintergründen Ausschau halten. Diese sollten eine gleichmäßige Struktur aufweisen und auch möglichst keine ablenkenden Farbtupfer enthalten.

Aber wie immer gilt natürlich: Regeln sind dazu da, um gebrochen zu werden 🙂