Bildkomposition – Einrahmungen (framing)

Die Wahl einer geeigneten Bildkomposition ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg vom Knipsen hin zum Fotografieren. Dabei gibt es nicht „die“ richtige Komposition für ein bestimmtes Motiv. Man könnte sagen, erlaubt ist, was gefällt. ABER: Nicht alles gefällt.

Im Laufe der Zeit haben Maler, Fotografen und Designer Elemente und Regeln gefunden, die eine gelungene Bildkomposition erleichtern. Diese sind natürlich nicht verbindlich. Ich würde sie eher als Vorschläge bezeichnen, die man benutzen kann, um leichter zu guten Ergebnissen zu kommen.

Zu diesen Regeln der Bildkomposition gehören u.a. die Drittelregel („rule of thirds“, genauer wäre eigentlich: der Goldene Schnitt), Führungslinien (leading lines), Symmetrie, Einrahmungen (framing), Spiegelungen (reflection), gezielter Einsatz von Schärfentiefe (depth of field), Wahl des Kamerastandpunktes (viewpoint), ausgewogene Balance, geeigneter Hintergrund (background), Reduktion (simplicity).

In dieser Reihe stelle ich nach und nach die verschiedenen Kompositionsregeln mit Beispielen vor. Dabei wird deutlich, dass nicht jede Regel bei jedem Motiv wirkt. Zudem können natürlich auch mehrere Regeln bei ein und demselben Motiv Anwendung finden – oder eben auch keine.

Aber gerade, wenn man keine Idee hat, wie man ein Motiv in Szene setzen könnte, stellen die Kompositionsregeln einen guten Ausgangspunkt dar. Letztlich hilft wie bei allem anderen auch nur die Erfahrung. Mit der Zeit wird man immer sicherer, irgendwann stellt man fest, dass man viele der Regeln automatisch in die Bildkomposition einbezieht.

Aber soweit bin ich auch noch nicht wirklich und so hoffe ich, dass ich bei dieser Artikelserie am meisten lerne und meine Fotografie dadurch einen Schritt nach vorne macht.

Einrahmungen (framing)

Einrahmungen werden wie der Name schon sagt, dazu benutzt, das Hauptmotiv einzurahmen.

Beispiel für Einrahmungen (Königssee, Nationalpark Berchtesgaden)

Beispiel für Einrahmungen (Königssee, Nationalpark Berchtesgaden)

Als Rahmen kommen dabei natürliche (häufig Bäume, Sträucher u.ä.) oder künstliche Gegebenheiten (z.B. der Blick durch ein Fenster oder eine Tür) zum Einsatz.

Rahmen lenken den Blick auf das Hauptmotiv und halten so den Blick des Betrachters im Bild. Das Auge des Betrachters sucht nach Fixpunkten. Bilder, die es dem Auge nicht erlauben, an bestimmten Stellen im Bild „auszuruhen“, werden häufig als unruhig und überladen empfunden.

Beispiel für Einrahmungen (Ramsau, Nationalpark Berchtesgaden)

Beispiel für Einrahmungen (Ramsau, Nationalpark Berchtesgaden)

Rahmen bieten eine gute Möglichkeit, dem umherwandernden Auge Bezugspunkte zu liefern und schaffen so eine natürliche Begrenzung innerhalb des Bildes. Das Auge des Betrachters wird auf das Hauptmotiv gelenkt.

Vignettierungen sind den Einrahmungen verwandt und verfolgen (wie die meisten Bildkompositionsmittel) einen ähnlichen Zweck.